Link verschicken   Drucken
 

Geschichte

Die Geschichte unseres Kindergartens

Aus den Bauunterlagen der Stadt Herten geht hervor, dass unsere Einrichtung als „Werksfürsorge“ der Zeche Westerholt im Juni 1934 erbaut wurde und als „Kleinkinderschule“ für die Kinder der Werksangehörigen der Zeche zur Verfügung stand.

Neben der Kindergarteneinrichtung konnten die Angehörigen der Westerholter Schachtanlage andere soziale Einrichtungen wie, Säuglings – und Mütterberatungsstunden, besuchen. In der oberen Etage befand sich eine Haushaltungsschule mit großer Küche, eine Speisekammer und ein geräumiges Esszimmer. Dazu kam noch ein großer Nähsaal, der mit einer Reihe von Nähmaschinen bestückt war.

Diese Werksfürsorge wurde von der Zechengesellschaft eingerichtet, um das Gemeinschaftsleben der Betriebsangehörigen zu fördern und zu pflegen. Im Zusammenhang mit der jetzigen „Namensgebung“ zum 65 jährigen Jubiläum am 12. 06. 1999, stellte sich in Gesprächen mit älteren Bewohnern Westerholts heraus, dass der damalige Name „Hibernia – Kindergarten“ lautete.

 

Kindergarten

 

Leider gibt es diesbezüglich keine Aufzeichnungen mehr. Hinsichtlich der Entwicklung der Einrichtung, in Bezug auf die pädagogische Arbeit und der daraus resultierenden Umstrukturierung, sind uns aus der Zeit von 1934 bis 1962 wenige Unterlagen bekannt. Lediglich Erzählungen und einige Bilder, die uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden, deuten auf bauliche Veränderungen hin, die eine zwangsläufige Folge des Krieges waren.

So soll der linke Flügel des Gebäudes zerstört worden sein. Baracken haben in dieser Zeit als Notunterkünfte für amerikanische Soldaten gedient. Einem Presseartikel ist zu entnehmen, dass die Einrichtung von 1960 – 1962 in der Trägerschaft des „Lukaswerkes Marl“ war.

Vom 01.04.1962 bis August 1998 war die evangelische Kirchengemeinde von Westerholt – Bertlich Träger unserer Einrichtung. Wie aus verschiedenen Quellen hervorgeht, hat sich mit dem 13.05.1985 die pädagogische Arbeit grundlegend geändert.

Anlass für diese Umstrukturierung war der „Situationsansatz“, der sich zu dieser Zeit immer mehr durchsetzte. In dieser Zeit wurde der Flur als zusätzliche Spielfläche genutzt und die Gruppentüren von 8.00 Uhr – 11.00 Uhr geöffnet. Die Kinder konnten auf viele unterschiedliche Spielorte und – inhalte zurückgreifen, so dass das „Freispiel“ einen höheren Stellenwert im Kindergartenalltag einnahm.

Anfängliche Ängste der Eltern bezüglich der Unfallgefahr wurden ihnen durch viele Gespräche in Form von Versammlungen und Einzelgesprächen genommen. Die Praxis bewies, dass die befürchteten Unfälle nicht eintraten, sich sogar durch das Mehr an Platzangebot, reduzierten. Durch die Erweiterung der Bewegungsflächen verringerten sich Konflikte, die vorher durch „geballte“ Bedürfnisse entstanden. Die Kinder „eckten“ nicht mehr ständig an. Die so erreichten Vorteile haben wir bis heute beibehalten.

Auch der einmal wöchentliche „Frühstückstag“ hatte hier seinen Ursprung. In dieser Zeit wurden durch die Medien diverse Süßigkeiten vermarktet, die aus gesunden Inhaltsstoffen bestehen sollten. Da diese „Snacks“ immer mehr Einzug in den Kindergarten erhielten, wurde es nötig, das Thema „gesunde Ernährung“ aufzugreifen und praktisch umzusetzen.

Auch die Arbeitsgemeinschaften für die angehenden Schulkinder wurden 1982 eingeführt und gehören immer noch, wie die „Tierhaltung“, zu den Schwerpunkten unserer Arbeit.

Im Zuge einer Elternaktion wurde ein überdachtes Gehege an das Kindergartengebäude im Garten gebaut. In dem kleinen „Streichelzoo“ fanden zunächst Kaninchen ihr neues Zuhause. Die Kinder hatten die Möglichkeit, etwas über den Umgang und die Pflege zu erfahren, sowie die Verhaltensweisen dieser Lebewesen kennen zu lernen.

Die Größe des Geheges ermöglichte schließlich auch noch die Hühnerhaltung. Auf anschauliche Weise verdeutlichte sich den Kindern, dass die Eier keine Produkte des Supermarktes sind, sondern ein Erzeugnis dieser Tiere und das Entstehen neuen Lebens.

Im Laufe der Zeit und der wachsenden Routine im Umgang mit den Tieren stellte sich jedoch heraus, das die Kinder immer mutiger und somit ihre „Liebesbekundungen“ heftiger wurden. Die Feststellung, dass jüngeren Kindergartenkindern zunächst noch das Gefühl dafür fehlt, was Tiere ertragen können, war Anlass für eine neue Idee. Im Frühjahr 1987 wurde sie in die Tat umgesetzt.

Mit Hilfe der Elternaktion „Stallbau“ wurde die Unterkunft für ein Kleinpony namens „Bella“ errichtet. So entwickelten sich Perspektiven für neue Lerninhalte. Zudem mangelte es nicht an Zuwendung und Beschäftigung mit den neuen Mitbewohnern.

Der Herbst, das Einsetzen des schlechten Wetters und somit vermehrtes Spielen in den Räumlichkeiten, war auch für „Bella“ eine ungewöhnlich einsame Zeit. Es musste schnellstens Abhilfe geschaffen werden. Aus diesem Grund wurde „Salami“, unser Esel angeschafft.

„Bella“ musste leider am 28.08.2000 wegen eines Krebsleidens eingeschläfert werden. Da dann jedoch „Salami“ seine Trauer mit häufigem „Eselsgeschrei“ kundtat, fassten wir den Entschluss, einen neuen Freund für ihn zu besorgen.

Mit Unterstützung unseres Fördervereins, der im Oktober 1999 gegründet wurde, konnte Dank eines Presseartikels der Kontakt zur „Tierhilfe Herten“ geschlossen werden. Von dort bekamen wir dann „Roswitha“,das weiße Pony. Beide Großtiere gehörten lange Zeit zu einem der Schwerpunkte unserer Einrichtung. Mittlerweile sind beide Tiere jedoch gestorben, nachdem sie ihr Gnadenbrot erhalten haben. Den Bereich der ehemaligen Koppel haben wir mit Hilfe der Stadt Herten und unseres Fördervereins zu einer Bobbycarbahn umgebaut.

Besonders erwähnenswert ist in Bezug auf unsere pädagogische Arbeit auch das Jahr 1992. Die „Raumgestaltung und ihre Auswirkung auf das Spiel“ waren häufiges Thema von Dienstbesprechungen. In diesem Zusammenhang kristallisierte sich der Wunsch heraus, „Hochbauten“ für alle drei Gruppen zu entwickeln. Eine ehemalige Mitarbeiterin entwarf im Rahmen ihres Architekturstudiums Pläne, die schließlich auch in die Tat umgesetzt wurden. Diese Konstruktionen unterstützen auch heute noch unser Motto: „Wir sind Gestalterinnen einer anregenden Lern – und Erfahrungswelt“.

Im Laufe der Jahre gab es noch viele Veränderungen, die immer wieder verdeutlichen, dass die pädagogische Arbeit nicht festgefahren ist, sondern sich immer wieder den veränderten Lebenssituationen und Bedürfnissen der Kinder sowie den sozialpolitischen Richtlinien entsprechend, veränderte. An dieser Stelle ist die Zeit zu nennen, die mit veränderten Öffnungs – und Arbeitszeiten, mit neuen Betreuungsformen und gesellschaftlichen Sichtweisen in Bezug auf frühkindliche Bildungsprozesse, die Kindergartenarbeit in ein anderes Licht setzt.

Die Neugestaltung der Küche mit einer „Kinderzeile“, ermöglichte kindgerechte hauswirtschaftliche Angebote, diverse Änderungen in der Turnhalle und eine „Bewegungsbaustelle“ für die Innenräume kamen dem immer größer werdenden Bewegungsdrang der Kinder entgegen. Auch die Gestaltung des Außengeländes wurde den Bedürfnissen der Kinder angepasst. Neue Spiel – und Klettergeräte, die Einteilung in unterschiedliche Spielbereiche ermöglichte ihnen neue Erfahrungen und intensivere Spiele in Kleingruppen.

Im Sommer 1998 wurde der Kindergarten in die Trägerschaft der Stadt Herten übernommen. Im Rahmen der Erfüllung des Rechtsanspruches wurde die vierte Gruppe für drei Jahre eröffnet. Das 65. Jubiläum im Jahr 1999 war Anlass, unserer Einrichtung endlich einen Namen zu geben. Ein offizieller Wettbewerb, bei dem die Erzieherinnen eine Vorauswahl und Eltern und Kinder die letztendliche Entscheidung trafen, diente zur Findung der jetzigen Bezeichnung. Ein eigens dafür entworfenes Schild, mit dem Titel „Städtischer Kindergarten Sternschnuppe“, schmückt seitdem die Front unseres Gebäudes und dient als unser Erkennungszeichen.

Zu diesem Ereignis gibt es eine Festbroschüre und mehrere Zeitungsartikel.

Auch das Betreuungsangebot passte sich dem Bedarf der Eltern an und bietet seitdem Kindern die Möglichkeit der Über – Mittag – Betreuung. Am 23. Oktober 1999 verfestigte sich die Elternarbeit. Der „Förderverein des Städtischen Kindergartens Sternschnuppe e. V.“ konstituierte sich. Dieser ermöglichte uns wiederum viele Anschaffungen, die uns für die pädagogische Arbeit in Hinsicht auf die Kinder sehr wichtig waren und ihnen neue Spiel – und Erfahrungswelten eröffnen sollten.

Im Jahre 2005, entsteht im Zusammenhang mit dem „Qualitätsentwicklungsverfahren“ und der „Bildungsvereinbarung“ diese Dokumentation, mit detaillierten Angaben zu allen Bereichen dieser Einrichtung: unsere Konzeption.

Sie ist Grundlage zur Evaluation. Das bedeutet: die Leitlinien für das eigene Profil sind formuliert, aber sie sind nicht starr, sondern veränderbar. So ist sie in Zukunft „ständiger Begleiter“, der zum Nachdenken anregt, zur Kontrolle auffordert und stets aktualisiert wird.

 

 

Die Geschichte auf einen Blick:
Gerti Wener im Kindergarten 1944.jpg Bastelbuch Kindergarten 1943.jpg

 

 Die Bilder im Ordner „Geschichte unseres Kindergartens“ stammen aus dem

 „Archiv von Heinz Wener“

 

Von Juli 1934 – 1960:

Die Einrichtung ist in Trägerschaft der staatlichen Schachtanlage Westerholt. Bau der „Werksfürsorge“ Westerholt.Zuvor diente eine Holzbaracke im Böckenbusch als „Kinderbewahranstalt“.

 

Kindergarten Sternschnuppe

 

Oktober 1934:

Richtfest der neuen „Kinderschule“.

 

Von 1935 – 1956:

Eine Haushalts – und Nähschule wurde im Gebäude untergebracht.

 

Werkskindergarten Ringstr. mit Frl. Galland 1936.jpg

Von 1960 – 1962:

Das Lukaswerk Marl übernimmt die Trägerschaft.

 

April 1962:

Die evangelische Kirchengemeinde übernimmt die Trägerschaft. Zu dieser Zeit werden die ersten Arbeitsgemeinschaften mit den Kindern durchgeführt.

 

Ca. 1968:

Start des Angebotes „Schwimmen“. Einmal wöchentlich wurde das Lehrschwimmbecken der Glückaufschule am Nachmittag genutzt.

 

1979:

Das Gebäude und das Grundstück werden von der Veba an die Stadt verkauft.

 

1982:

Fritz Lehmkuhl übernimmt die Leitung der Einrichtung. Im Rahmen einer Elternaktion entstehen ein Kletterturm, ein Tiergehege und ein Nutzgarten auf dem Außengelände. „Werken für Väter“ entwickelt sich zu einem festen Treffen.

 

1985:

Die Gruppenräume werden geöffnet. In der Zeit von 8.00 Uhr – 11.00 Uhr können die Kinder den Flur und die Turnhalle zum „Freispiel“ benutzen. Der „Frühstückstag“ wird eingeführt. Einmal in der Woche sorgt der Kindergarten für ein ausgewogenes und gesundes Frühstücksbuffet.

 

1986:

Gründung des Mitmachzirkus „ I Pazzoni“. Mitglieder sind Eltern und Erzieher der Einrichtung. Ein hauseigener Kleinbus wird für Ausflüge genutzt.

 

1987 / 1988:

„Bella“, das Pony und „Salami“, der Esel werden neue

„Mitbewohner“ der Einrichtung.

 

August 1988:

Eine „Bewegungsbaustelle“ für den Außenbereich wurde angeschafft.

 

1989 – 1992:

Gemeinsame Betreuung von behinderten und nicht behinderten Kindern.

 

1991:

Der Golfkrieg gibt Anlass, das Thema „Frieden“ in die pädagogische Arbeit mit einzubeziehen

 

1992:

Anke Kalinowski übernimmt die Leitung des Kindergartens.

 

1992 – 1994:

Die Räume und das Außengelände werden verändert. Auf Grund der schwierigen finanziellen Lage der Kirchengemeinde spenden Westerholter Geschäftsleute Gelder zur Umsetzung der geplanten Aktionen.

 

1993:

Die Öffnungszeiten des Kindergartens werden ausgeweitet.

 

Juli 1997:

Eine Zweigstelle der Gemeindebücherei der Thomaskirche wird in unserer Einrichtung eröffnet.

 

1998:

Die Stadt Herten übernimmt die Trägerschaft. Eine vierte Gruppe, die „Igelgruppe“, wird für die Dauer von drei Jahren eingerichtet.

 

1999:

Beginn der Über – Mittag - Betreuung

 

März 1999:

Seit dieser Zeit findet die jährliche Gartenaktion im Rahmen des Frühjahrsputzes „Herten putzt sich raus“, statt.

 

Juni 1999:

Im Rahmen des 65 Jährigen Jubiläums wird die Einrichtung getauft. Unser Name lautet „Städtischer Kindergarten Sternschnuppe“.

 

Oktober 1999:

Gründung des „Förderverein des Städtischen Kindergartens Sternschnuppe e. V.“.

 

28.08.2000:

Das Pony „Bella“ wird eingeschläfert. Mittels einer Spende des Fördervereins kann „Roswitha“, die neue Freundin von „Salami, bei uns einziehen.

 

22.05.2001:

Das erste deutsch – türkische Fest wird gefeiert

 

2001:

Die neue Wasserspielanlage wird eingeweiht. Der Förderverein finanziert das Spiele – Biotop und das Piratenschiff.

 

26.01.2002:

Der „Tag der offenen Tür“ findet statt. Lehrer der drei Grundschulen aus dem Ortsteil Westerholt, sowie Mitarbeiter der Heilpädagogischen Frühförderstelle, Motopäden, Logopäden und Ergotherapeuten nehmen daran teil.

 

25.01.2003:

Der Förderverein sorgt für eine Kletterwand in der Turnhalle.

 

Dezember 2004:

Der Förderverein spendet den Kindern des Kindergartens eine Holzwerkbank mit den dazugehörigen Werkzeugen.

 

August 2005:

Auf Grund der starken Nachfrage von Seiten der Eltern haben wir mit dem Förderverein als Träger eine „Spielgruppe“ für Kinder im Alter von 2 – 3 Jahren ins Leben gerufen. An vier Vormittagen werden die Kinder für jeweils zwei Stunden betreut und so auf ein soziales Miteinander und dem Geschehen in unserer Einrichtung vorbereitet.

 

August 2006:

Zum 01.08.2006 wird die dritte Gruppe unserer Einrichtung geschlossen.

 

März 2007:

Frau Hauk, eine Erzieherin unserer Einrichtung geht in den Vorruhestand.

 

01.08.2007:

Die Angebotsstruktur in Bezug auf die Betreuungszeiten wird geändert. Die Blocköffnung gibt den Eltern die Möglichkeit, die Kinder durchgehend von 7:00 Uhr – 16:00 Uhr betreuen zu lassen.

 

Herbst 2007:

Das Pony Roswitha wird an den Verein Tierhilfe e. V. abgegeben. Salami, der Esel, wohnt seitdem auf einem Bauernhof in Hünxe.

 

01.08.2008:

Das KiBiz tritt in Kraft. Eltern haben die Wahl, für ihre Kinder Betreuungszeiten von 25 Std., 35 Std. oder 45 Std. zu buchen. Unterschiedliche Gruppenformen geben die Altersstruktur einer Gruppe vor.  

 

Juni /Juli 2009: 

Das Außengelände wird durch eine Bobbycarbahn erweitert.

 

01.08.2009:

Die Stadt Herten übernimmt die Trägerschaft der ehemaligen "Spielgruppe".

Die U3 - Betreuung wird zum festen Bestandteil unseres Angebotes.

 

01.08.2012:

Wir befinden uns in der Zertifizierungsphase zum Familienzentrum