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Freispiel

Den größten Teil des Morgens nimmt das Freispiel ein. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass die Kinder:

  • Spielgefährten oder das Alleinspiel

  • Spiel – oder Beschäftigungsmaterialien

  • Spielort

  • Spieldauer

     

selbst wählen und bestimmen können.

 

Bis um 11.00 Uhr sind die Gruppentüren geöffnet, so dass sie ihrem Taten – und Bewegungsdrang in verschiedenen Bereichen nachgehen und gruppenübergreifende soziale Erfahrungen sammeln können. So haben sie die Möglichkeit, sich ihrer Entwicklung entsprechenden Herausforderungen zu stellen.

Wir Erzieherinnen nehmen wahr, was die Kinder beschäftigt, wir beobachten, welche Eindrücke, Fragen und Erfahrungen sie mit in den Kindergarten bringen. Dadurch ist es uns möglich, für einzelne Kinder oder auch für die gesamte Gruppensituation, Impulse zur Gestaltung von Abläufen zu geben, Wissen zu vertiefen oder gemeinsam mit ihnen Zusammenhänge zu erforschen und zu ergründen. Neben der Betreuung und Erziehung wird so Bildung realisiert.

Während dieser Zeit lernen sie ihre eigenen Fähigkeiten im Umgang mit verschiedenen Materialien kennen, finden Ausdrucks – und Gestaltungsmöglichkeiten heraus, sehen Zusammenhänge in verschiedenen Lernbereichen, erfahren, dass sie Regeln beachten müssen und erkennen ihre eigenen Beziehungen und Gefühle im Umgang mit anderen.

Sacherfahrung und soziale Erfahrungen lassen sich während dieser Zeit nicht trennen. Die Kinder „erarbeiten“ sich im Spiel ihre eigene Rolle und Position innerhalb einer Gruppe, die sich je nach Spielpartner auch ändern kann. Sie stecken ihre eigenen Grenzen ab, lernen aber auch Zugeständnisse und Kompromisse zu machen und auf Bedürfnisse und Wünsche anderer Rücksicht zu nehmen.

 

 

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Die Auseinandersetzung mit sich und ihrer realen Umwelt verschafft ihnen Selbstvertrauen und Lebensfreude, die Freude am Kennen lernen neuer Dinge und am Selber tun wird gestärkt. Diese grundlegenden Erfahrungen stärken ihre Selbstsicherheit und fördern die Lernbereitschaft und den Arbeitswillen – wichtige Voraussetzungen für das spätere Leben.

„Kinder brauchen Gelegenheit, etwas zu erforschen, sich mit einer Sache auseinander zu setzen. Sie brauchen die Freiheit, auch einmal Fehler zu machen, sie zu korrigieren und aus ihnen zu lernen. Selbständigkeit ist eine wesentliche Voraussetzung für kindliche Entwicklung. Das Kind ist ein aktives Wesen, es kann nicht auf die eigenständige Tätigkeit verzichten, denn sie ist die Voraussetzung für jede gesunde Entwicklung.“

 

 

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Das Spiel und seine Bedeutung

 

Das Spiel gehört zum alltäglichen Leben der Kinder und bedeutet Wahrnehmung, Lernen und Verarbeitung in vielen Bereichen. Es ist Ausdrucksform von Wünschen und Vorstellungen, Konflikten und Erfahrungen, Neugier und Fähigkeiten.

Für die Persönlichkeitsentwicklung ist es von großer Bedeutung. Differenzierte Raum – und Bewegungsangebote, anregende Materialien und Requisiten die für sie erreichbar und greifbar sind, sowie ausreichende Zeiträume ermöglichen den Kindern, kognitive und physische Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen.

Zitat aus „ Bewegungserziehung im Kindergarten“: „Kinder bewegen sich – ausgelassen, lärmend, tobend, nicht immer zur Freude Erwachsener, aber immer zum eigenen Vergnügen. Für sie scheint es nichts Schöneres und Befriedigenderes zu geben als zu rennen, zu spielen, zu klettern und zu springen. Kinder bewegen sich auch über die ihnen zugestandene Bewegungszeit hinaus, vor allem dann, wenn sie es nicht sollen. Nicht selten wird ihr unerschöpflicher Bewegungsdrang von den Erwachsenen als lästig empfunden.

Was uns Erwachsenen zunächst nur als einfaches nutzloses Spiel erscheint, ist für Kinder nicht nur unmittelbarer Ausdruck von Lebensfreude, sondern auch ein Anreiz zur Entwicklung und zur Freude.“

Außerdem hat das Spiel einen psychologischen Wert für das Kind. Es kann Erlebtes auf seine eigene individuelle Weise verarbeiten. Das Spiel ist aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt. Nur im eigenen Handeln können Kinder Erfahrungen aus erster Hand machen, erst dabei lernen sie, den Dingen auf den Grund zu gehen. Das eigene Tun ermöglicht ihnen, ihre Umwelt zu verstehen und sich in ihr zurechtzufinden. Sie erkennen, dass sie direkten Einfluss darauf nehmen können.

Auf Grund der Lebensbedingungen, in denen die Kinder heutzutage aufwachsen, z. B. hohes Verkehrsaufkommen, Medienkonsum, Verbotsschilder und viele geplante „Verabredungen“, ist es unsere Pflicht, den Kindern Freiräume für selbständige Betätigungen zur Verfügung zu stellen und ihnen Gelegenheit zu geben, die für ihre Entwicklung ganzheitlichen Erfahrungen sammeln zu können.

„Bewegung und Spiel ist die dem Kind angemessene Form, sich mit der personalen und materialen Umwelt auseinander zu setzen, auf sie einzuwirken, sich auszudrücken, die Welt zu begreifen und für sich jeweils neu zu konstruieren.“

Um den Kindern hierfür den nötigen Raum zu bieten, der ihnen die Möglichkeit schafft, sich differenziert und ihren Bedürfnissen entsprechend zu bewegen, ist unser Gebäude sowie das Außengelände anregend gestaltet.